Neue Texte 2021


Ewigkeit kann nicht mit Materie erreicht werden, sondern nur mit Mathematik. Ich prüfe den Gedanken, ob wir eine Zeitspanne zum Jetzt addieren, dabei Punktaufnahmen aufreihen. Durch diese Operation wird, was geradeaus geht, spiralig.


Inhaltsverzeichnis:  Kognitive Dissonanzen. -  Expansion. - Der Konsens. - Das Manifest und der Hase. - Leben. - Froschzweifel. - Geht's noch?! -  Falsch gedacht. - Froschweisheiten. - Der Brunnenfrosch und die Welttheorie.  Die Fabel vom weisen Brunnenfrosch. - Vom Frosch, der kein Mensch sein wollte. - Kraft, des Kaisers Kult, - SHIOYA, ATHEISMUS, PROTESTANTISMUS. - MAN KANN SICH NICHT NICHT-BEWEGEN. - UNENDLICHKEIT, - DER SELBSTHEILER, - GOTT UND DIE EXPANSION, - Mein Weltbild.


Kognitive Dissonanzen

Der Frosch beklagt sich beim Hasen

Sagte der Frosch zum Hasen: „Menschen sind wie Schachprofis, die fehlerfrei Zug um Zug überleben, denen aber noch eine völlig fakultative Oberfläche zur Verfügung steht, wo sie scheinbar ungestraft daher-schwätzen können, täuschen, lügen, sich irren und trotzdem auf ihrer Meinung beharren. So kommunizieren Menschen von einem Missverständnis zum anderen und verpassen dabei, was wirklich an der Basis abgeht.“

„Viel schlimmer noch, Lügen machen krank. Uneins sein mit seinem Innersten macht krank, wogegen Dankbarkeit heilt.“ Meint der Hase zu wissen.

„Das sag‘ mal einem Menschen! Es stimmt mich traurig, wenn ich an das Leid der Menschen denke. Menschen sind Opfer kognitiver Dissonanzen, von Denkfehlern und Missverständnissen. Ihr Denkapparat erlaubt ihnen, Meinungs- und Bewusstseins-mäßig, jederzeit völlig daneben zu liegen. Die Prozesse im Hintergrund jedoch, die das Überleben aller Lebewesen wirklich steuern, sind wie fehlerfreie permanent bestätigte Theorien.“

 

„Und die will keiner sehen.“ – „Muss wohl so sein.“


Expansion

2021.9.6.

Expansion, Munition gegen die Feinde der Vernunft.

 

Die Expansionstheorie ist ein erstaunliches Konzept, da wird zum Lehrstoff für Kindergärten, was der modernen Physik unbegreiflich scheint. In der Physik reden alle von der „vereinigten“ Theorie, eigentlich von der Zusammenführung von Quanten- und Relativitätstheorie. Bis heute gelingt das nicht, die Gravitation passt da überhaupt nicht.

MM‘s „The Final Theory“ ist ein Lösungsvorschlag, der mit den Hindernissen der Wissenschaft elegant fertig wird. Die Expansionstheorie ist ein alternatives Konzept innerhalb der Physik, das nicht versucht zwei sehr vorläufige Theorien zusammenzuführen, sondern mehr Galileis und Einsteins Äquivalenzprinzip weiterzudenken. Das war so: Man kann im Fahrstuhl  nicht wissen, ob dieser beschleunigt, oder ob man von der Gravitation angezogen wird. Das Gewicht variiert mit dem Druck von unten. Dann ist da die irre Tatsache, dass auf dem Mond die Straußenfeder genauso schnell auf den Boden fällt wie der Hammer. Eine recht verstandene Relativitätstheorie sollte kein Problem damit haben, zu erkennen, dass was sich bewegt, sich relativ zu etwas bewegt. Es ist also zulässig, anzunehmen, dass der Mondboden es ist, der sich relativ zu den zwei Dingen bewegt. Der Astronaut lässt die Gegenstände los, der Boden rast den frei schwebenden Dingen entgegen, wenn sie gleichzeitig landen, ist das der Beweis, dass sie nicht bewegt worden sind. Der Hammer hat mehr Masse, er hätte mehr Trägheit gehabt, wenn er angeschoben worden wäre. Der Astronaut hält sich zu Unrecht für statisch, er steht im anfahrenden Fahrstuhl und lässt die Gegenstände wie aus dem fahrenden Zug fallen. Etwas ungewöhnlich, aber für Wissenschaftler kein Verbrechen, wenn sie schon mit Einstein daherkommen. Dass die Himmelskörper expandieren, so dass unser Gewicht davon resultiert, ist eine lange Geschichte, aber auch nicht wirklich ketzerisch. Atome sind ja so pralle Dinger, jedes eine mächtige Bombe, die nie losgeht. Da geschieht es, dass sie etwas Druck auf die Umgebung ausüben und sei es nur um die Kugelform aufrecht zu erhalten. Wenn ich auf dem Mond stehe, dann habe ich unter mir eine Stange Atome, vom Mondmittelpunkt bis zu mir, die alle von Natur aus etwas auf den Nachbarn drücken. Eine Art Domino-Effekt entsteht. Die äußersten Atome werden spürbar radial nach außen gedrängt. Kurzum, die Fallgeschwindigkeit von Hammer und Feder ist das Maß für die Expansionsgeschwindigkeit des Mondes. Mein Mond-Körpergewicht hängt somit ab vom Radius des Mondes. Masse spielt keine Rolle, Anziehungskraft entfällt.

 

 

Ich mache mich nicht stark für eine sektiererische Idee von einem MM, sondern für die Weiterentwicklung des Relativitätsgedankens und es macht Sinn und Spaß, auf einer solch plausiblen Grundannahme zu reiten. Es kommt natürlich unweigerlich ein Knick ins Welterlebnis. Stell dir vor, du glaubst nicht mehr, dass es eine unsichtbare Kraft gebe, die dich auf den Boden zieht, sondern du fühlst dich im himmelwärts düsenden einsteinschen Lift. Dort oben ist alles neu, es war nicht die Masse oder die Raumzeitbeule, die mein Gewicht erzeugt haben, sondern die Beschleunigung der Erdoberfläche, weil ganz viele Atome drücken.  Ich erlebe den Anfahrdruck, den ich im Auto liebe, als Entmystifizierung, als Fortschritt. Damit erkläre ich dann im Effekt „die Welt“ neu, aber solch ein Anspruch entsteht nicht wie eine dadaistische Marotte, oder aus psychopathischer Überheblichkeit, sondern da ist legitime Erkenntnissuche in aller Bescheidenheit im Spiel. Dagegen ist es eine Zumutung, an eine Kraft glauben zu müssen, die seit ihrer Erfindung nie gemessen worden ist. Ich versuche mir selbst klarzumachen, was ich verstehen soll. Welcher Art ist die Sinnestäuschung, der ich unterliege, wenn ich als wachsendes Ding auf einer wachsenden Welt sitze und wachsende Dinge sehe?

4.9.21

Der Konsens.

 

Der Frosch und der Hase tanzen und hüpfen bis sie müde sind. Früh morgens bei klarem Verstand wollen sie wissen, worin sie sich einig sind. Beide haben erkannt, dass sie wie alle Welt expandieren. Wie geht das? Da kommt der Frosch ins Schwärmen: „Stell dir vor, wir sind zwei Himmelskörper im leeren Raum, jeder auf seinem Weg. Wenn du 10% zunimmst, habe ich ebenso 10% mehr Durchmesser. Meine Sensoren messen, dass du mir nähergekommen bist, ob du auf mich zurollst oder nur in allen Richtungen zunimmst. Die Abstände werden zunehmend kleiner. Die meisten würden mit der Zeit zusammenprallen, wir aber verpassen uns immer wieder, weil bei uns die Geschwindigkeit des Vorbeiflugs und das relative Größenwachstum harmonieren. Weil das nie aufhört, ergibt sich eine Art Umlaufbahn.   Wir sind nicht losgelöst von dem grandiosen geometrischen Geschehen. Als Frosch und Hase sind wir die mitwachsenden Augen auf den Globen.  Wir erleben wie der Andere auf- und untergeht, wie er scheinbar Umdrehungen macht, scheinbar um uns schleudert, obwohl er das nicht tut, sondern an uns vorbeifliegt und dabei wächst.

„Ich verstehe,“ sagt der Hase,“ es ist zweierlei, ob wir als Wesen auf dem Globus tanzen, uns antreiben und ermüden, oder ob wir nur zu drehen scheinen, weil wir uns im Vorbeiflug dauernd verpassen. Das Tanzen braucht Kraft, der Tanz der Himmelskörper ist mühelos, ein Vorbeifliegen, das kein Ende findet.“ 

 

„Kein Mensch wird das glauben,“ jammert der Frosch, „die vergessen die 10% von oben und bringen alles durcheinander. Dabei erscheint ihnen eine Himmelsmechanik, die nicht stattfindet. Sie verwechseln ihren Tanz mit… - lass mich doch ihn Ruhe, ich weiß, was du meinst.“


2021.9.3

Das Manifest des Brunnenfroschs und die Begegnung mit dem Hasen.

 

Die Welt ist ein verstehbarer Ort. Sie zu erklären ist einfach und schön. Wenn ich etwas nicht verstehe, werde ich nicht ehrfürchtig, sondern misstrauisch. Hinter komplizierten Kalkulationen versteckt sich oft „da stimmt was nicht“.

 

Ich liebe Fabeln. Das mit dem Frosch wird langsam etwas mühsam. Die kalten Tierchen haben ihre Grenzen. Anders wäre es mit dem Hasen, der begleitet mich seit Kindheit. Was der Hase denkt und tut, ist schon menschenartig. Der Brunnenfrosch muss also eines Tages den Hasen getroffen haben. Da muss es dann gefunkt haben, als sie beide erkannten, dass der Andere die gleichen Welten teilte und sie schnell übereinkamen: Von Menschen und Säbelzahntigern kann man nicht erwarten, dass sie zur Wahrheit finden.

 

Was der Frosch nicht hat, hat der Hase. Die langen Löffel, das sind Antennen, da kann ich Radiowellen erklären. Dann ist da die gute alte Hasenkampftechnik: Flucht und Hakenschlagen, Aesop, den jeder kennt. Der Hase passt zu mir wie zu MM, der sich in Australien versteckt. Der Hase ist aber auch ein glückliches Tier, er liebt seine Familie und alle kuscheln gern. Hasen sind schnell, auch im Begreifen. Ihre Feinde sind groß mit mächtigen Krallen und Zähnen, aber sie sind plump. Sie sind so gierig, dass sie sich gegenseitig zerfleischen würden, wenn sie sich nicht strikt an ihren Kult halten würden. Das heißt, der Hase glaubt nicht, dass es Zweck hat, den Säbelzahntiger zu bekehren. Dieser steht symbolisch für die korporierten Menschen, die kultige Bekenntnisse von sich geben, aber nur des internen Friedens willen.


Leben.

2021.8.28

Leben.

 

Es regnet, die Luft ist feucht, unser Brunnenfrosch sitzt bis zum Hals im Wasser und denkt über Leben und Menschen. „Ihr Menschen glaubt, dass alles was ist, der Entropie unterworfen ist, dass alles kälter, öder, dunkler, flacher, strukturloser wird, nur weil es existiert. Das Leben ist für euch ein sehr, sehr unwahrscheinliches Wunder, am besten erklärbar mit einem Schöpfergott, der widernatürlich eingegriffen hat. Die Evolution, das Leben, das seit Urzeiten sehr erfolgreich Komplexitäten in einem unfreundlichen Milieu zustande bringt, verdient eine freudigere Entstehungslehre.

Unser Brunnenfrosch hat sich gefragt, wie unwahrscheinlich denn Leben wirklich ist. Grundsätzlich, wo etwas zerfällt, muss es vorher zusammengekommen sein. Wäre dieses aufbauende Prinzip nicht stärker als das des Zerfalls, dann wäre da erst mal nichts. Ihr Menschen, besonders ihr Exchristen, solltet auf der Hut sein. Das Christentum ist als Weltuntergangs-Sekte entstanden. Manch einer, der bei euch das Maul aufmacht, ist von Beruf Kaputtmacher.“

Zurück zum Leben. „Wenn Frosch genau hinschaut, ahnt er, dass, was Mann kann, manchmal schon im Anorganischen angelegt ist. Da sind die Fähigkeiten des Wassers. Wir Frösche sind Amphibien, wir lieben Wasser! Also Wasser: es hat nicht gelernt, was es tun soll, es verhält sich in jedem Universum wie Wasser. Zum Beispiel: Wasser wäscht, Wasser macht Strom, macht hexagonale Oberflächen, macht Kristalle, die Stein brechen, Schneeflocken, weiße Wolken, Dampf, Gas. Wenn es ruht, wenn nichts an ihm zieht, bildet es eine Kugel, wenn es fließt, dann spiralig, dann macht es Schwipp-Schwapp-Straßen, rotierende Strudel und stehende Wellen. Wasser bildet Organe längst bevor es vom Leben in den Dienst genommen wird.“

 

Da fragt sich die Amphibie, wann und wie die Chemie angefangen hat, sich selbst zu replizieren, denn das gehört sicher zum Leben. Es muss im Wesen des Wassers liegen. Ganz von vorne: Wenn ein Tropfen auf eine Fläche trifft, dann verspritzt er in ein sechsarmiges Ding, analog zur Schneeflocke. Wasser sortiert den Dreck, den es verspritzt in sechs gleichen Armen, an manchen Stellen über Jahrmillionen, Schicht für Schicht, manches spült weg, manches wird glibberig, manches trocknet, manches kann bestehen. Was Bestand hat, ist also schon im Kern sechsfach vorhanden. Alle Verunreinigungen und transportierten Stoffe ordnet das Wasser systematisch in diesem Sinne. Aber die Expansion die bewirkt, dass Molekülketten, die länglich sind, effektiv in der Länge mehr zunehmen, dass die Dinge relativ zu einander beschleunigen. Könnte es sein, dass ungezählte Zufälle, alle sechsfach vom Wasser abgelagert, den einen Zufall schaffen, der unser Stammbaum wird?“ Der Frosch findet das Gequake wird zu lang. Denkt doch selber.


Froschzweifel.

26.8.2021 Froschzweifel

 

Es fragt sich der Frosch, ob nicht echte, akzeptable Gründe vorliegen, die den Expansionsgedanken sofort verbieten, sollte er einmal auftauchen. Es kann doch nicht sein, dass es nur die Zugehörigkeitsmechanismen sind, die selbst Einstein gehindert haben, Expansion zu entdecken. Wie kann die Menschheit Jahrtausende lang bis ganz nah drankommen, das Äquivalenzprinip erkennen, die Empirie vorantreiben, um dann dort, wo nur noch zwei und zwei zusammengezählt werden müssten, plötzlich Haken zu schlagen. Über das Chi, Prana, Anziehungskraft, Raumzeit, dunkle Energie, Gott und was noch mehr, verkennen alle absichtlich, dass Gravitation ein Dominoeffekt von expandierenden Atomen sein muss. Abends, ermüdet, würde der Frosch schreiben, dass die vielen erzklugen Menschen kurz vor dem Klo in die Hose gemacht hätten. Morgens frisch und unverbraucht zweifelt er dann, ob er nur so als Ethnologe im Wertesystem der Wissenschaft herumwühlen darf.

 

Leider fällt mir nichts ein, was sachlich der Totalkiller wäre, womit ich den Frosch ein für alle Mal von seinem Standpunkt heruntertreiben könnte. Im Gegenteil, es ist der Frosch, der mich überzeugt.


Geht's noch?!

2021.8.19

Und wieder schreibt der Frosch.

Allmählich frage ich mich, ob ich nicht langsam zu neuen Ufern finden müsste. Ich habe den Eindruck, schon lange nichts Neues mehr geschrieben zu haben. Nur, wenn immer ich aus meinem Loch schaue, begegne ich den fundamentalen Fehlern, die nur Menschen machen können. Gestern haben Amerikaner sogar den Beweis geliefert, wie aus purer Energie Materie und Antimaterie entsteht. Reine Ruhmessucht lässt sie glauben, was sie da sehen sei so zu deuten. E = mc2 halten sie für bestätigt. Das wird wieder mal Nobelpreise nach USA spülen. Mit der gleichen Klappe beweisen sie auch noch die Existenz von Antimaterie, die sie gar sehen können. Nochmal Nobelpreise! Ich stecke also nicht freiwillig fest, die verdrehte Sichtweise ist so deutlich und dreist im Alleinanspruch, dass der unverdorbene Frosch einfach warnen muss. Der Himmel ist ewig, relative Bewegung und Beschleunigung braucht keine Energie, nur Abstandmessung. Geht's noch?!

 

 

2021.8.17

 

Der Frosch zieht sich Vorträge berühmter Menschen rein, Youtube macht's möglich. Es gibt Menschen wie Da Vinci, Kepler und moderne Denker, die dem lieben Gott auf die Schliche kommen wollen und Gottes Werkstatt und Methoden ausspionieren. Das sind freche Leute in einem Umfeld, wo Religion sie dazu zwingt, so zu formulieren. Frösche können das nachvollziehen, es wird zum Vokabular, zur Attitüde, alles, was man entdeckt, als Aufdecken von Gottes Geheimnis zu formulieren. Bis heute ist die Welt voll von Menschen, die streng religiös aufgewachsen sind. Da ist jeder Forschungs- und Verstehens-Ansatz ein Befreiungsschlag. Die Leute tragen einen Ballast, den der Frosch nie hatte.


 

Falsch gedacht, sagte der Frosch zu den Menschen.

Unser Brunnenfrosch war wieder unter Menschen und einmal mehr staunt er, wie diese sich die großen Themen zurechtbiegen. Wie entstanden die großen Zwischenräume im Universum? Die Menschen glauben, seit einem angenommenen Urknall fahre alles auseinander, wodurch sich die großen Leerräume erklären würden. Für Frösche dagegen ist der Himmel selbst reinigend. Überall und immer explodieren Sterne entstehen Staubwolken und die verdichten sich wieder zu Gestirnen. Menschen vermuten dahinter eine Anziehungskraft, obwohl gerade alles auseinander zu fahren scheint und niemand weiß, wie sie diesen Zug über Raum und Zeit ansetzen sollen. Frösche helfen sich mit einer gegenteiligen Idee, sie kennen die Expansion. Für sie wächst einfach alles vor sich hin, Millionen Lichtjahre weit und lange. Alles schwebt im Vakuum fast endlos neben einander, große Brocken, Gas und Staub. Mit der Zeit bilden sich Verdichtungen, neue Sterne, Planeten, feste und gasförmige und es bilden sich Zwischenräume. Menschen sagen: Das war die Gravitation, die macht das, indem alles irgendwie in Gleichzeitigkeit aneinander zieht.

 

Unser Brunnenfrosch mag nicht Opfer einer unsichtbaren Zugkraft sein, er sieht das anders. „Wenn alles dauernd dicker wird, scheint es uns Fröschen, die wir auf einem dieser dicker werdenden Dinge sitzen, als würde das nächste auf uns zukommen, obwohl es nur dicker wird. Schließlich landet alles Benachbarte auf uns. Das geschieht mit allem in unserer Staubwolke, jedes Ding landet irgendwann auf einem Nachbarn. Nach langer Zeit ist der Himmel leergefegt und klar. Auf unserem Ding, der Erde, sind alle Elemente unserer Staubwolke versammelt. Dass wir noch immer dicker werden, spüren wir als Druck von unten, als unser Gewicht. Gravitation ist eine Wirkung der Expansion und nicht ein Grund für das Ganze. Menschen glauben Märchen, heißt das. Gut, dass wir Frösche keine Haare haben.“

 


                                                  2021.6.12

Der Brunnenfrosch und die Welttheorie.

Gravitation ist keine Kraft, sondern eine Sinnestäuschung, der wir Brunnenfrösche unterliegen.

 

Jetzt, am frühen Morgen, erinnere ich mich an Harald Lesch, der zur Geschichte des Universums sagte, dass die erste Kraft, die nach dem Urknall entstanden sei, die Gravitation gewesen sei, „die schwächste aller Kräfte“. So lernt das wohl jeder, der heute Physik studiert. An dem Bild ist leider einiges inakzeptabel. Da findet eine Geburt statt.

Jetzt, aus der Sicht der neuen Theorie, ist Gravitation ein geometrischer Effekt, der sich einstellt, wenn wachsende Dinge die Welt sehen. Die Wirkung muss in jedem Universum vorkommen. Der Film, den der Apfel im Fallen macht, ist fundamental anders als der von Newton, der den Apfel kommen sieht. Ob die Dinge einen Weltbildapparat haben oder nicht, ihnen ist gegeben, dass sie in relativer Beziehung zum Nächsten stehen. Wenn sie sich nicht durchdringen, ist jedes Ding definiert durch die Abstände und einmalig – und zwar in jedem denkbaren Universum. Wir Menschen sind solche Dinge mit Sinnesorganen, die je eigenes Erleben möglich machen. Wir haben immer und zwangsläufig die Perspektive des je einen Wesens.

Jeder sein eigener Brunnenfrosch!

Bewegt sich irgendwo etwas, so ändern sich in jedem Frosch die Werte. Jeder kann nur seinen eigenen Film machen. Wachsende Dinge sind in jedem dieser Filme sogar in Bewegung, wenn keiner sich von der Stelle rührt, sie bewegen sich relativ zueinander.

 

Der Begriff Gravitation, verstanden als Kraft, die anzieht, Anziehungskraft, will alle subjektiven Tatbestände, denen allen die Froschperspektive zugrunde liegt, zusammenfassen. Das muss zu Missverständnissen führen, weil kein Universum besteht, in dem so etwas machbar, beobachtet oder gar gemessen werden könnte. So versteht sich, dass Anziehungskraft seit Newton nie gemessen worden ist. Es gibt sie nicht, wir begegnen uns im sozialen Modus. Jeder checkt jeden, aber keiner checkt alles von außen. Die Vorstellung einer Zugkraft ist eine logische Fehlleistung eines schlecht beobachtenden Brunnenfrosches. Es zieht nichts am kugelrunden Mond, nichts am Wassertropfen, das sollte der Frosch eigentlich bemerkt haben und bedenken.

 

2021.6.24

Bald schauen wir auf zweieinhalb Jahrtausende Brunnenfrosch Thematik, jeder denkt, das eigentliche Problem sei, er sehe nur einen winzigen Ausschnitt der Welt und wolle sich ein Bild vom Ganzen machen. Würde er einen besseren Standpunkt haben, könnte er auch alles sehen. Nirgends finde ich die Idee, dass jeder naturgegeben ein Brunnenfrosch ist.

 

2021.6.23

Zhung Zi, „Das wahre Buch vom südlichen Blütenland“, 4. Jhdt. Vor Ch. Übersetzung Richard Wilhelm, Hg. Michael Holzinger, ISBN978 – 148071007, Düsseldorf 1972, S. 188 - 190 

 

Die original Brunnenfrosch Geschichte. Da besucht die Schildkröte den Brunnenfrosch und es geht nur darum mit einem Gleichnis einen unterwürfigen Schüler zu demütigen. Er versuche mit zu kleinem Ausblick die Welt zu erforschen. Der Schüler rennt am Ende davon, das Schicksal des Frosches interessiert nicht. Die Römer dann meinen, der Frosch träume davon, groß wie ein Ochse zu sein. Bei den Buddhisten wird daraus die Geschichte, wie der Brunnenfrosch zum Meer kommt und ihm der Kopf platzt, weil die Größe ihn überwältigt. Immer ist der Hochmut der Wissenden thematisiert. Da frage ich mich, ob in dem Gleichnis je die Antwort gegeben wird, dass die Welt immer als Brunnenfrosch erlebt wird, auch wenn der Horizont riesig wird. Das weiß Zhung Zi vielleicht, aber er macht den Jünger fertig, ex cathedra, und verrät nichts über die Unmöglichkeit, mit den Augen eines Anderen zu sehen. Es geht um Initiation in allen Brunnenfrosch Geschichten. Chinesen und Inder sind Großmeister darin.

 

Meine Brunnenfroschgeschichte will etwas ganz anderes. Ich will niemanden beschämen und niemanden in eine Bruderschaft aufnehmen, und nicht von oben herab Macht zeigen, ich will sagen, dass in jedem denkbaren Universum, jeder denkbare Wahrnehmungsapparat zu einem Brunnenfrosch gehört.  Jeder Körper hat nur seine eigenen Oberflächen und Sinnesorgane. Alles, was darüber hinaus sichtbar zu werden scheint, ist abgeleitetes Wissen, kommunikativ, semantisch erworben. Was der Brunnenfrosch wahrnehmen kann, hat immer die Froschperspektive, ist verzerrt. Die soziale Wirklichkeit ist ein Konstrukt, dessen Sinn mehr der Grammatik der Gedanken verdankt, als den Erlebnissen des Einzelnen.

 

2021.07.01

Die Brunnenfrosch-Geschichte muss ich nochmal neu formulieren. Längst holen wir das Wasser nicht mehr aus tiefen Brunnenschächten und wir verstecken uns nicht mehr in Höhlen unten im Brunnen, wenn die Hunnen kommen. Wir haben aber noch immer jenen beengten Ausblick, wenn es um Belange von kosmischem Ausmaß geht.

 

 Die Fabel vom weisen Brunnenfrosch.

 

Es war einmal ein Brunnenfrosch, der lebte tief in einem Brunnenloch. Sein ganzes Leben lang hatte er nur einen runden Lichtkreis über sich gehabt, wo er wechselnde Erscheinungen beobachten konnte. Sonne und Mond zogen vorbei, Regentropfen fielen herunter und manchmal ein Apfel. Unser Frosch begriff, dass da mehr sein musste, als ihm zugänglich war unten im tiefen Loch.  Es musste etwas geben, was Bewegung verursachte; unsichtbare Metafrösche vielleicht, Kräfte, die er sich vorstellen konnte.

 

Normalerweise irrt solch ein Frosch, und der Erzähler nutzt die Gelegenheit, zu verkünden, dass alles nicht wahr sein kann, was der da unten sich ausdenkt. Dieser Frosch aber macht alles richtig, er lebt mit seiner selbstgebastelten Welttheorie. Er bemüht die Philosophie und die exakten Wissenschaften, wie er sie versteht, ohne zu ahnen, was draußen, jenseits der Brunnenöffnung gedacht wird. Er ist glücklich und zufrieden und quakt voll Lebenslust sein Lied.

 

Draußen hört eine schöne Fröschin seinen Tenor und ist gebannt von seinen Tönen. Jeden Abend sitzt sie auf dem Rand des Brunnens und lauscht den Gesängen bis sie eines Abends, getrieben von ihren Hormonen, den Sprung ins dunkle Ungewisse wagt. Es folgt eine glückliche Zeit. Die Frösche tun, was erwachsene Frösche so tun, sie schmusen und schnaxeln bis zur Erschöpfung. In den Momenten danach versucht unser Männchen dem Weibchen zu erklären, was er von der Welt begriffen hat. Sie hingegen will ihn für die Welt dort oben gewinnen, eine Welt mit sonnenwarmem Teichwasser, wo Kaulquappen plantschen und man Nobelpreise vergibt für Gequake, was die Welt bewegt. Unser Frosch ahnt, dass er nicht fit ist für die Welt draußen. Was sie beschreibt, hat keine Entsprechung in seinem Weltbild.

 

Diese Geschichte hat ein Happyend, denn während die zwei auf ein Hochwasser warten und sich lieben, haben sie genügend Zeit, ihr Wissen zu verfeinern. Sie gleichen ihre Sprache an, ja sie erkennen, dass Sonne und Mond vorbeiziehen, nicht weil sie um die Erde kreisen, sondern weil die Frösche um die Gestirne kreisen. Der Erzähler ist begeistert, er nennt das die kopernikanische Wende; was für ein Genie, zu begreifen, dass die Sonne auf und untergeht, weil wir uns bewegen. Die beiden genießen das neue Verständnis und merken nicht, wie steigendes Grundwasser sie nahe an den Brunnenrand treibt. Auf einmal ist das kleine Lichtloch zum offenen Himmel geworden und die Fröschin hüpft fröhlich auf den Brunnenrand. Er folgt ihr und erlebt zum ersten mal, den Blick in die weite Welt.

 

Der Brunnenfrosch, der so lange unten und vor allem allein gewesen ist, kommt nach oben, wo überall Menschen sind, die um die Wette quaken. Er kann es nicht fassen, was da an Themen kursiert. Während sie im warmen Tümpel ihre tausend Eier legt, macht er sich daran, zu beobachten wie alles Selbstvertändliche verdreht wird, wie Folklore, Kult und Kirchen verhindern, dass noch mitgedacht wird. Er fürchtet, dass Korruption alles kaufen kann, sogar das Denken und Fühlen der klügsten Köpfe. In der Einsamkeit hatte er sich strenge Regeln des Denkens zugelegt, vor allem Logik und Vernunft.  Jetzt erkennt er, dass er in einem merkwürdigen Zeitalter gelandet ist. Die Menschen leben in einer hochtechnisierten Welt, die weder artgerecht noch wohlbegründet ist. Sie haben durch Versuch und Irrtum eine materielle Kultur geschaffen, die sie mit vielen widersinnigen Ansichten zu verstehen versuchen.

 

Was soll unser Frosch tun, fragt sich der Erzähler. Sind die dummen Menschen ihrem eigenen Wohlergehen im weg? Er müsste sie warnen. Es ist  noch nicht zu spät. Ihm liegt das Glück und die Gesundheit aller am Herzen.  Die Frösche brauchen vor allem gemeinsame Gebote, die in sich und gegenüber der Natur wahr sind.  -  Der Erzähler lässt am Ende unseren Frosch vom Lastwagen überfahren.

 

 


Vom Frosch, der kein Mensch sein wollte.

2021.8.4

Vom Frosch, der kein Mensch sein wollte.

 

Unser Brunnenfrosch versteigt sich in seine Welttheorie, dabei überholt er mit Leichtigkeit die eleganteste Philosophie der Menschen. Seit er einmal aus dem Loch gekommen ist, sucht er Gedankengebäude, die sich mit dem seinen vertragen. Menschen, das ist ihm klar, sind im Stande, mit Vorstellungen zu leben, die den Fröschen fremd sind. Frösche verfügen über eine Art natürlicher Weisheit, sie sind weniger belastet mit tradierten Irrtümern. Unser Frosch meint, es sei von Vorteil, schon mal eine METAMORPHOSE durchgemacht zu haben, weil das helfe, dem Schein zu begegnen. Menschen, so das Vorurteil der Frösche, flüchten allzu gerne in einen kindlich-trotzigen Zustand. Sie suchen Wahrheit im kuscheligen behütet sein. Sie reden von „Schein ist Sein.“, von Illusion, sie meinen, Freiheit liege im Irrtum, das kommt dem Frosch etwas schwammig vor. Der moderne Philosoph Gabriel dient unserem Brunnenfrosch als Mensch-Beispiel. * (Markus Gabriel, Fiktionen)   Gabriel weiß, dass der „Schein“  für die Einsicht steht, dass auch der Frosch begreift, dass Berge nicht kleiner geworden sind, weil er sie von weither sieht. Das bedarf einer Art Instant-Trigonometrie.

 

Zwei Dinge braucht der Frosch: Erstens eine Welttheorie, zweitens eine Situationstheorie. Die Welttheorie hilft ihm zu begreifen, dass alle Lebewesen mit relativen Sinnesdaten operieren, die Situationstheorie deuted diese in jedem Jetzt und Hier. Um zu überleben, muss der Frosch Handlungsgrundlagen machen. Selbst wenn ihm klar wäre, dass seine Sinne ihn täuschen, müsste er die relativen Daten, über die er nur verfügt, in absolute Wahrheiten verdrehen, weil sein Tun auf etwas fußen muss. Dem Menschen riecht das nach Illusion. Der Frosch möchte entziffern, was in der Illusion steckt.

 

Aus dem Tagebuch des Brunnenfrosches: „Jedem Frosch ist klar, dass die Berge gewachsen wären, wenn sie trotz zunehmender Entfernung nicht kleiner würden. Ebenso ist klar, dass der Mond immer gleich groß wirkt, weil er davonrast und dabei wächst. Er behält seine Größe und den Abstand zur Erde relativ konstant. Die Illusion für den Frosch wie für den Menschen ist eine Kugel, die wir nur von hinten sehen und die in ziemlich konstanter Größe über uns wegzieht. So geht Froschlogik, metamorph, die Illusion, der Schein, ist die heruntergerechnete Expansion. Es gibt nur relative Maße in jedem wahrnehmenden, selbst expandierenden Wesen. Aber, da wir die Expansionsrate exakt kennen – es ist die Fallgeschwindigkeit –, kennen wir die geometrischen Effekte, wir Frösche.“ Im Weiteren meint unser Brunnenfrosch, dass die Sichtweise der Frösche die der Menschen beeinflussen sollte, es sei denn, ihnen gefalle ein bisschen Schein und Mysterium am falschen Platz.


Kraft - des Kaisers Kult

2021.6.14

Kraft.

 

Die Vorstellung, es gäbe etwas, was existiert und den Namen Kraft verdient, ist nicht mein Ding. Die Vorstellung von “Kraft“ ist eine Denkform, eine grammatikalische Konstruktion, die uns nicht wie Gegenstände als naturgegebene Größe trifft, sondern sie ist immer etwas Hineingedachtes. Es gibt solche Begriffe, die für etwas stehen, was wir durch Gedankenarbeit ermittelt haben. Wir haben es zur Regel gemacht, uns vorzustellen, dass es eine Kraft sei, die unseren Mond festhalte. Wir verrechnen eine Schleuder- mit einer Anziehungskraft und glauben, das Geschehen korrekt verstanden zu haben. Leider ist das nur eine fakultative Spielform des Kommunizierens. Es ist in Wirklichkeit keine Kraft, die den Mond festhält, sondern ein geometrischer Effekt. Immer wieder im Lauf der Jahrhunderte geschieht es, dass Gelehrte solche sprachlichen Einfälle zu faktischen Wahrheiten ummünzen. Inzwischen zieht ein ganzer Zoo von fiktiven Kräften durch unser Weltbild. Die eine drückt, die andere schiebt, allesamt sind sie reine Sprachpirouetten, eitle Pfauenschwänze unserer Art. Die ursächlichen Zusammenhänge in der realen Welt lassen ein Verständnis zu, das ohne die Kräfte-Hilfskonstruktion auskommt.

Verweis auf „Wider das Energienparadigma“ von 2016 und all die Versuche Expansion und relative Bewegung zu erklären. Und warum reite ich auf dem Thema so herum? Weil ich sehe wie alle freiwillig unfrei sind.

 

2021.6.20

Des Kaisers Kult.

 

Michio Kaku, der Astrophysiker, der in all den populären Dokus zu sehen ist, hat ein Buch geschrieben: „The God Equation“. Auf youtube erklärt er, was er da verkündet. Er hat es gefunden, die Stringtheorie kann es lösen. „Quantenbubble, Big Bang can happen again and again.“ Einstein wird da fast naif mit seiner Vorstellung, dass Gott einfach und schön sein müsse. Kaku ist so eitel, dass er sich so hoch einreiht und dabei das hässlichste aller nicht funktionierenden Weltmodelle propagiert. „Gottes Gleichung“ hat er nicht gefunden, da war Einstein näher dran.

 

Im Grunde will ich schreiben: Mark McCucheon, es ist eine Schande, wie die Welt so tut, als hätte er seine „Final Theory“ nie geschrieben! „The Final Theory“ ist auch der  anständigere Begriff und Titel für das Thema. Aber die Fachwelt übersieht dieses Buch mit Bedacht. Das Buch gehört nicht in den Kult. Eingeweihte haben ein Bekenntnis, sie glauben an Kräfte als seiende Wesenheiten. Da solche Professoren so von sich überzeugt sind, werden sie zu Propagandisten eines  Kults. Universitäten verwalten das Erbe des Kaiserkults, wie die katholische Kirche; damit haben wir es im universitären Lehrbetrieb zu tun. Die Roben, Talare, die Initiationsriten, die Titel, die Assistenzzeiten, die strenge Hierarchie, es ist der alte Kult, lebendig in einer Art Sekte. „Die vier Kräfte sind auf die Welt gekommen“, ist eines der Glaubensbekenntnisse und Herrschaftswissen. Dafür würde man notfalls töten. Ich erkenne euch, ihr Diener des Kults. Der Kult und die Sekte der Gelehrten: ich muss mich kurz an den Gedanken gewöhnen! Seit zweitausend Jahren kommen die christlich-jüdischen Sekten angepasst an die jeweiligen Zivilgesellschaften. Wer wirklich der wahren Erkenntnis nachgeht wird ausgesiebt, als Abweichler kaltgestellt. Die hochgeschätzten Werte wie Neugier, Empirie und Fortschrittsglaube, werden institutionell eingerahmt durch enge, vom Kult gegebene Prämissen und zur Prüfung der Linientreue abgefragt. Ich weiß wovon ich rede, ich habe mich an verschiedenen Hochschulen bis zum dreißigsten Lebensjahr herumgeschlagen, viele Prüfungen, Diplome, den Dr. rerum politicarum erworben. Da musste ich allerdings dem Doktorvater versprechen, dass ich nicht in den Lehrberuf gehen würde. Ich hatte über die Grundlagen der Soziologie aus der Sicht der Missverständnisforschung geschrieben.


Shioya, Atheismus, Protestantismus.

2021,1,30

Shioya, Atheismus, Protestantismus.

Heute musste ich Shioya aus dem Schrank holen, ich hatte vergessen, dass man der Schmied seines Universums ist. Ein hoffnungsloses Weltbild erzeugt einen Fokus auf hoffnungslose Aspekte, worauf dort die Blüten treiben. In Shioya finde ich einen Japaner mit der Überzeugung, es sei hinter allem die unendliche Kraft des Universums. (Seite 55, 17. Jahrhundert zitieren). „Die unendliche Kraft des Universums ist eine unermessliche Energie, welche all diese Energieformen einschließt und sie ist das einzige, was diesem Universum zu Grunde liegt.“ Die Methode ist grandios, um eine Schöpferkraft hinter allem zu erkennen und damit das Leben schön zu gestalten. Ich habe die wiederkehrende Ermahnung, das richtige Denken mit dem richtigen Atmen in Einklang zu bringen, gehört. Ich muss das üben, negative Welten sind zu vermeiden.

Bisher habe ich 83 Jahre in den Startlöchern gestanden. Jetzt muss ich meine gute Verfassung auffassen als Aufforderung des Universums, mein Werk und meine Vision zu einem Erfolg zu führen.

 Vor allem aber ist Shioyas Methode mit Atem und Visualisierung tauglich, die allgegenwärtige Expansion als das zu erkennen, was alle schon immer gesucht haben:  jenes Chi, (in Indien, Prana), die unendliche Kraft des Universums, es sind Vorläufer-Gedanken zur Expansionstheorie. Ich muss da Verständigung anstreben. Da ist noch immer jener Verständnis-Graben mit den Orientalen. Indem die Expansion die Lücke füllt, die bei der Frage nach der unendlichen Kraft hinter allem entsteht, wird sie einfach und elegant die neue Einsicht in uraltes Wissen neu übersetzen.

 

2021.1.31

Das ist es, das Chi, jenes Mysterium, es ist gefunden, jenes Unbeantwortbare, was alles bewegt, in allem steckt die nie versiegende, allgegenwärtige Schöpferkraft; es ist die Expansion und die relative Bewegung. Ich übersetze das Unverstandene der Asiaten in die neue Vision. Bezeichne die großartigen Gedanken als das verschlüsselte Geheimnis der Eingeweihten, Buddha muss es gewusst haben, dass Yojokun in Japan auch. Könnte man die Schöpfergott-Vorstellung so deuten? Der Allgegenwärtige aufgedeckt, enttarnt, die eigentliche Geheimlehre ist die recht verstandene Relativitätstheorie.

Als die katholische Kirche der Wissenschaft entgegenkommen wollte, hat sie den Urknall als wahr anerkannt, 1957. Das war ein Fehler. Was sie tun sollte, ist, die Schöpferkraft mit allem zu propagieren. Alle friedliebenden Religionen könnten sich finden in den neuen Visionen von relativer Bewegung. Vielleicht ist von daher auch ein Weg in die Köpfe der berufsblinden Berufsphysiker.

Wie komme ich in die Herzen der Menschen? Ich erzähle, dass, was Sie schon immer wussten, jetzt eine neue Formulierung habe. Das Geheimnis der Heiligen sei enttarnt. Was Einstein immer wusste und nicht zu verraten wagte, Relativität war ganz anders gemeint. Das Innen wie das Außen, das Große wie das Kleine: großartige Denkmuster bekommen die verdiente Ausformulierung. Der protestantische allgegenwärtige Gott, der den Leuten zu sehr personifiziert ist, ist eine kindertümelnde Umschreibung dessen, was die aufgeklärte Theologie zu sagen hat. Wir sind uns alle einig, selbst bei den Moslems wagen einige neu zu denken. Ich hatte bisher die Expansion als atheistisches Terrain gesehen, aber das ist in der historischen Situation ein völlig unnötiges Schlachtfeld. Wir brauchen Versöhnung, Schnittstellen im Weltbild, die Kraft in allem für alle verständlich gemacht, das ist das Ziel.

Shioya macht so schön den Bogen zwischen persönlichem Gesundsein und dem Weltfrieden. Er schafft es, durch Atmung und Vorstellung den Fokus auf das expandierende Jetzt zu lenken. Auch das ist etwas Neues im Zusammenhang mit meiner Mission. Wunschdenken und magisches Herbeirufen einer Wunschrealität, das Gebet, das hätten alle gern wahr. Das kann ich einbetten in die relative Beschleunigung. Dankbarkeit als Treibstoff für den Weltfrieden. Dialog statt Konfrontation. Die unendliche Kraft des Universums erklärt durch die Erkenntnis, dass für relative Bewegung keine Kraft nötig ist. Wenn alles um einen gleichen Faktor wächst, stetig, dann erklärt sich alle Kraft aus den relativen Veränderungen. Was sich nähert oder entfernt, was beschleunigt oder bremst, es ist immer zurückzuführen auf relative Daten, die für den Lebenden absolut Handlungsgrundlage sind.

Zum Atheismus müsste ich auch mal ein paar Zeilen schreiben. Ich komme aus Zürich, Zwingli, Vater war Atheist. Gott, bei den Protestanten, ist nicht bildlich gemeint, sondern als Kraft hinter allem zu verstehen; das war eigentlich damals normal. Meine Mutter brachte uns christliche Werte bei, auch das Beten. Als Kind musste ich direkt zu Gott beten, so ein Zwischending wie Jesus oder gar Heilige, gab es nicht. Man richtete seinen Kummer oder seine Versprechen direkt an den abstrakten Allmächtigen. Aber eben der war nie personifiziert, sondern genau das was Shioya mit der unendlichen Kraft des Universums meint. Wenn denn ein Gebet erhört werden kann, dann, weil Gott in allem steckt, direkt im Jetzt. Wenn „Gott“ das Kürzel für diesen Gedanken ist, dann haben die Protestanten den Streit schon ausgestanden, dann bin ich kein Atheist, eher ein Protestant. Daran stört dann nur noch dieser seltsame Jesus, an den man glauben soll, der aber eine fiese vespanianisch-römische, faschistisch-zynische Erfindung ist. Ein Mensch hingegen, der begriffen hat, wie die Expansion alles antreibt und jedes Jetzt aus expandierenden Wesen besteht, ist kein Atheist. Es ist eher so, dass die, die Gott einfach so als dumpfe Größe denken, oder als bärtigen Mann eingreifend, dass die keine Ahnung von dem göttlichen Tanz der relativen Abstände haben. Ihr tierischer Verstand retuschiert alles, auch gute Argumente, die zur wunderbaren Erleuchtung führen könnten. Kurz: was alle Weisen wussten: sie kannten eine Paraphrase für Gott und die war wirksam im Jetzt. Die Kulturformulierer aller Zeiten und Zivilisationen haben sich bemüht, klare Worte für das Chi oder Gott zu finden. Sie stießen meist auf wenig Einsicht, das lag daran, dass sie in Bildern aus feudal-archaischen Zeiten kommunizierten. Gesunde Menschen haben aber eine Abneigung gegen Unterwerfung.

Shioya will die unerschöpfliche Kraft des Universums aktivieren. Die Methode basiert wie das Gebet, auf dem Glauben, dass Worte eine Wortseele haben. Worte bewirken magisch den Weltfrieden, wenn viele gleichzeitig die große Bekräftigung aussprechen. Da ist der Knackpunkt, als aufgeklärter Kommunikationsforscher kann ich dieses magische Bekenntnis so nicht unterschreiben. Da Shioya die Expansion nicht kennt, neigt er zu alten Umschreibungen. Jene unerschöpfliche Kraft ist die Gewissheit, dass alles immerzu neu ist. Die Gestalt im Jetzt ist im Begriff sich zu erneuern. Da kommt mir eine Physikstunde in den Sinn: Wir schauen auf ein multiples Pendel, das Jetzt ist, wenn alles oben im Scheitel balanciert. Lässt man das Ganze abrollen, kann der berühmte Schmetterling oder der immaterielle Bekräftigungswunsch als Verursachung auf das kommende Chaos einwirken.

 Literatur: Nobuo Shioya, "Der Jungbrunnen des Dr. Shioya", Koha, ISBN 3-936862-01-X

 


Man kann sich nicht nicht-bewegen

2021.2.21

Man kann sich nicht nicht-bewegen.

Was zählt, um aus wachsenden Objekten Umlaufbahnen werden zu lassen, ist der Abstand von Oberfläche zu Oberfläche. Aus den sich ändernden Abständen, die sich ändern, weil jeder wächst, errechnet der Wahrnehmende Bewegung. Jedes Objekt scheint sich zu jedem anderen zu bewegen, weil die Abstände von jedem aus gesehen sich allseits ändern. Unser Wahrnehmungsprozess ist nicht so verschieden von dem der Fledermäuse, die permanent Ultraschall-Messungen machen. Wir messen Licht in derselben Weise und rechnen so die relativen Abstände. Ich fange den Ball, der scheinbar auf einer parabolischen Kurve fliegt, obwohl ich gerade auf einer Welle reite, weil ich alle Augenblicksmessungen richtig mache und brauchbare Vorausberechnungen anstelle. So läuft Leben! Wir sind eingebettet in ein Netz von relativen Abständen, die sich alle ständig ändern und wir dürfen uns nicht allzu sehr vertun, wenn wir überleben wollen. Dass eine solche Existenz nicht leicht zu durchschauen ist, versteht man erst, wenn es einem gelingt, von außen zu schauen. Das Ergebnis jeder Abstandmessung ist verursacht von der Expansion, der alles unterworfen ist, und von der relativen Bewegung und Richtung der Dinge zu einander.

Einst hat mich Watzlavick’s  These, „ Man kann nicht nicht-kommunizieren“, fasziniert. Jetzt ist es der Gedanke, dass der Abstand überall hin sich ändert, auch wenn nichts sich bewegt. In einem exakten Sinn: man kann sich nicht nicht-bewegen.

Das ist ein Axiom: man kann sich nicht nicht-bewegen.

2021.2.23

 

World Science Festival über Bewusstsein und Realität angehört, Psychologen Topfachleute aus den Humanwissenschaften erlebt, die sagen, dass wir artgemäß unsere Realität erzeugen, dass da draußen so etwas wie Wirklichkeit bestehe, die für immer rätselhaft bleiben müsse. Es geht stundenlang um Fehlleistungen der Sinne. Ich habe natürlich nach meiner Echolot Idee gesucht. Das Errechnen des Augenblicks aus einer Situationstheorie, der soziale Modus, Beschleunigung als Wirkung von unbeweglichen, wachsenden Dingen in der wahrnehmenden Kreatur, relative Bewegung von allem zu allem, wenn alles vor sich hin wächst; keiner der Laureaten hat einen Schimmer von diesen Tatsachen. Im Grunde hat keiner eine Erklärung, wie eine Spezies aus elektromagnetischen Impulsen farbiges Licht macht. Fibonacci Spiralen sind Zeugnis von der Wahrnehmung einer Dauer. Da es Spiralen überall gibt, wartet da ein Erkenntnis-Thema, wo heute nicht mal die Voraussetzungen im Zeitgeist der Fragestellungen bestehen. Man kann sich nicht nicht-bewegen. Fehlleistungen der Sinne angesichts einer nicht verstandenen physischen Realität zu finden, muss sehr frustrierend sein.


Unendlichkeit

2021.2.25

Unendlichkeit

Neil de Grasse Tyson: „Living in other Dimensions“

Auch er sucht an der falschen Stelle und macht sich das Weltbild kompliziert. Er vermutet, dass wir zu nah am Primaten sind, um überhaupt den Einblick zu schaffen. Alles geschehe in vier Dimensionen, also müsse es eine drüber geben, die verursacht, die aber für uns als das Nichts erscheine.

Ich höre sowas in der Hoffnung, dass da Struktur in dieses Modell kommt. Aber da ist Einsteins Equivalenz-Gedanke nicht zu Ende gedacht. Die nächste Dimension ist nicht im mathematischen Sinne übergeordnet, so dass bessere Kalkulationen und genauere Messungen etwas davon aufdecken könnten. Es ist die totale Relativität von allem zu allem, die das Geschehen verursacht. Ich kann mich nicht nicht-bewegen.

2021.2.28

Sonntag, schon früh Sonne. Infinity hat mich gestern beschäftigt. Alle Professoren der renommierten Universitäten sind wieder versammelt und präsentieren ihre Vorstellung von Unendlichkeit, aber die mir vorschwebende ist nicht dabei. Eine Unendlichkeit der Art, dass sie eine unendlich expandierende Materie aufnehmen kann und dabei noch immer unendlich viel größer bleibt. Der Eindruck, den ein unendlich großer Eintrag macht, ist unendlich klein. Diese Unendlichkeit ist das Gefäß, in das die ewige Expansion auf ewig hineinwachsen kann, so das alles Sein in jedem Augenblick am Anfang steht. Was den Mathematikern lieb ist, der Hase und die Schildkröte, wo der Hase die Schildkröte nie eingeholt, weil er in jedem Zeitabschnitt der Schildkröte nur einen Bruchteil der Strecke näherkommt, bringt nur eine langweilige gedankliche Unendlichkeit. Würde der Hase dabei nicht immer kleinere Schritte tun, sondern gleich-bleibende Schrittlängen beibehalten, aber die Strecke, die noch verbleibt, würde immer relativ gleichbleiben, dann würden die beiden in Unendlichkeit umeinander trudeln und wir hätten ein lebensechtes Beispiel, die Beschreibung der physikalischen Wirklichkeit.

Der Theologe bringt Spinoza ins Blickfeld. Jetzt habe ich  Spinozas Ethik gelesen, schwer zu ertragen, aber dann doch  Zustimmung zu seinen Thesen. Alles Spätere ist auf diesem Teppich dazu gekommen: Novalis, Hegel und die Zeitgenossen. Spinoza  auf Lateinisch gelesen, um herauszufinden, ob er in seinen Gottesvorstellungen nicht schon die Expansion erahnt hat. Eine Übersetzung könnte das wegretuschieren, ist aber nicht geschehen.

 

Die Zahl Pi, da staune ich noch immer: eine unendliche Zahl, total unordentlich, chaotisch, ist im innersten des Kreises, dem ordentlichsten Ding der Welt, verborgen. Ist der Motor der Vollkommenheit, des abgeschlossenen Seins, eine unendliche, nie endende Rechnung? In meinem Universum ist jede Bewegung eine Teilstrecke einer Parabel. Die Expansion bewirkt, dass jedes Geradeaus relativ zum nächsten hin gekrümmt ist. Der kugelrunde Wassertropfen zeigt, dass nichts an ihm zerrt, jede Spirale zeugt von der Relativität des Beobachters zum anderen.


Der Selbstheiler

Der Selbstheiler.

8.2.2021

Noch ein Bild: der Regentropfen, der oben auf dem Berg auf eine Felskante fällt. Wird er nach links in die Donau fließen, oder nach rechts in die Rhone? Ihn dort umzulenken, dürfte nicht schwer sein, wenn man rechtzeitig Einfluss nimmt. Für den Heiler, den erleuchteten, ist die Welt jederzeit wie für diesen Wassertropfen, er kann ihn mit einem Gedankenblitz auf eine Seite rollen. Um Gesundheit und ein langes Leben zu erreichen, braucht es jetzt nur noch die Überzeugung, dass ich und jeder von uns, ein permanenter Selbstheiler ist. Ich mache mich ständig von neuem gesund, stark und schön, in dem ich der Welt alles Gute wünsche - und meiner Prostata, dass sie sich zurückbilde.

Was ich nicht gut erklärt habe: ich suche nach einer Methode, die Einsichten der neuen Lehre in Taten umzusetzen. Der Geist kann Heilung bewirken, also kann er Dinge bewegen. Ein glitschiges Terrain, die Welt der Wunder! Da will ich nicht mitreden, aber etwas davon entmystifizieren, indem das vermeintliche Wunder zum vorhersehbaren Ereignis wird, das ist ein lohnenswerter Job. Der Gedanke, man könne seine Vorstellungen so sehr fokusieren, wie Licht mit Brennglas, dass die Zukunft sich dort wunschgemäß materialisiert, könnte fruchtbar sein. Warum? Nicht weil Worte eine Wortseele haben, sondern weil ein leicht verständlicher Mechanismus in jedem Augenblick und überall gleichzeitig und zu gleichem Anteil greift: die Expansion. Das kann man so verstehen, dass die Welt in jedem jetzt so sehr am Anfang steht, weil sie gerade im Begriff ist sich vollständig zu erneuern, dass sie auf kleinste Einflüsse reagiert. Die Zukunft ist bekanntlich nicht vorbestimmt, sie ist aber den Gegebenheiten im jetzt unterworfen. Weil ein Dinosaurier mal einen Furz gelassen hat, wird heute das Pendel nach links und nicht anders fallen. Das wäre so, wenn in der Zwischenzeit nicht noch andere Ereignisse ihren Einfluss gezeigt hätten und nichts im jetzt neu wäre.

 

Der Butterkrebs, der frisch gehäutete als Bild: Wir sind in jedem Augenblick weich und formbar für eine Zukunft in einer größeren Schale. Das ist nicht nur Schicksal sondern auch Chance. Ein Gedanke kann neu sein, ein Geruch, ein Hormon, und schon ist alles anders in der Zukunft.


Gott und die Expansion

2021.3.1

Fledermaustechnik

Die autonomen Fahrsysteme, die heute versuchsweise laufen, funktionieren mit genau meinem Gedanken. Geräte messen laufend nach allen Seiten alle Abstände und wählen den Weg. Kybernetik, darüber haben wir vor 60 Jahren nachgedacht.

Gott und die Expansion

Meine Gedanken zur unendlichen Kraft des Universums: ich habe das Gefühl offene Türen einzurennen, wenn ich „Gott“ dieser allem innewohnenden, allem überall und immer wirkenden Kraft zuordne, die jetzt etwas zeitgemäßer mit neuen Attributen versehen wird. Dass ich ausgerechnet über Gott nachdenke, muss an meinem Alter liegen.

Mir liegt am Herzen, dass die Menschen, die an einen Gott glauben wollen, nicht mit steinzeitlichen Gedanken zugeballert werden, sondern hoffen können, im Einklang mit echter naturwissenschaftlicher Erkenntnis zu leben. Ich würde mich freuen, wenn der Expansionsgedanke harmonisch mit dem Allgegenwärtigkeits-Gedanken der Gläubigen verstanden würde. Soll ich sagen Gott ist Expansion? Zumindest wird Gott nichts dagegen haben, dass die Sterblichen etwas mehr von seinem Wesen verstehen lernen. Er schenkt ihnen das Wissen, wie Gott wirkt. Gott hat keine übernatürlichen Absichten, schon gar nicht die, die physikalischen Wahrheiten vor euch zu verstecken. Gott wirkt indem er an der einzigen Stelle in Erscheinung tritt, wo er das kann: im Jetzt. Im Jetzt können wir mit der Expansion kommunizieren, schließlich das asiatische Chi verstehen, die Absicht Einsteins, den Gott der nicht würfelt beschreiben. Die vereinigte Theorie hat er an der richtigen Stelle gesucht: die Gravitation ist ein Effekt von relativen Abständen der expandierenden Objekte im Großen wie im Kleinen. Die Hilfskonstruktion mit der Raumzeit würde der gute Einstein heute als „greatest blunder“ fallen lassen.

Irgendwie ist es tröstlich, dass die Expansionstheorie eine göttliche Sichtweise vorschlägt. Dort erscheinen die Vorgänge, die in Ewigkeit ablaufen, ohne dass höhere Mächte eingreifen müssen. Die immerwährende Schöpfung von allem was ist in jedem Augenblick, die Expansion, sie ist unfehlbar, sie hat immer schon stattgefunden, auch wenn das Erschaffene einen Crash erlebt. Auch dieser Gedanke ist wohltuend für den Unfehlbarkeits-Aspekt Gottes. Hier löst sich der Widerspruch, dass Gott das Böse, die Versuchung zulasse. Damit hat er nichts zu tun, er steckt nur hinter den Bedingungen in jedem Augenblick, nicht als Verursacher des Geschehens unter Geschöpfen.

 Nicht nur die Gläubigen, oder nur die Menschen, nein das ganze Universum wird bewirkt durch die göttliche Expansion. Ich komme mir absurd vor, aber auf beiden Seiten muss man die Welt retten.

 

 

Mein Weltbild

2021.3.15

Mein Weltbild.

Seit dem letzten Aufsatz über Gott habe ich das Geschriebene oft gelesen, weil ich es nicht fassen kann, dass ich jetzt - kurz vor dem möglichen Ableben - noch einen Weg finde, mich mit dem Schöpfergott zu versöhnen. Da will ich denn definitiv zu Protokoll geben, dass ich so eine Sprache für mich persönlich nicht akzeptiere: der Gottgedanke ist zu kindisch um in meinem Weltbild Platz zu haben. Aber um euch einen Adressaten für eure Gebete und philosophischen Grundlagen zu lassen, ist Gott die ideale Figur. Wenn man mit einem bloßen Gedanken einen Schalter betätigen kann, (Das gibt es im Experiment.), dann wird auch der Glaube an die unendliche Kraft des Universums etwas bewegen können. Die Kraft meiner Gedanken hält mich am Leben. Ich nehme aktiv Einfluss auf die Gesundheit meiner Organe. Alles ist in jedem Augenblick neu. Danke dass ich heil bin. Danke wem? Der unendlichen Kraft des Universums, fokusiert auf das Jetzt, dieser Punkt, wo Dankbarkeit, Bitte um Heilung und ähnliches landen, ist Gott. Das ist eine gängige Definition seit etwa 400 Jahren.

2021.3.16

Eine bisher nie gesehene Kraft, die daraus entsteht, dass wir das Geschehen im Sozialen Modus erleben und die allseitige Expansion verkennen, könnte den Namen „Gott“ auch verdienen. Das ist nicht in einem Satz zu erklären. Der Soziale Modus ist meine Wortschöpfung und soll betonen, dass Wahrnehmende in einem Sozialverband relativ Gleichbleibendes für absolut gleich halten. Wenn alles im messbaren Universum alle zehn Tage doppelt so groß ist wie zuvor, merkt es keiner, weil auch das Maßband gewachsen ist. Diese weggerechnete Realität sorgt für erstaunliche Effekte. Missverstehend haben die Wissenschaften diese Zusammenhänge mit „Gravitation“ oder „Energie“ benannt. Sie „Gott“ zu nennen, wäre nicht weniger treffend.